Kamille
Die Kamille wird als Heilpflanze (Flores Chamomillae) äußerlich bei Haut und Schleimhautentzündungen
eingesetzt.
Der Tee oder alkoholische Auszug Extrakt wird für Spülungen bei Entzündungen des Zahnfleisches oder der
Mundhöhle verwendet.
Standort: Auf Äckern, an Wegrändern.
Aussehen: 10 bis 50 cm hoher, unbehaarter Stengel. Dieser verästelt sich mehr oder weniger stark verzweigend.
Blätter stark eingeschnitten mit zarten, ganz dünnen Zipfelchen, Geruch gewürzhaft, Geschmack bitter. Nicht zu
verwechseln mit der ähnlichen, aber geruchlosen Hundskamille. - Blüte: Korbblüte; Strahlenblüten weiß,
Scheibenblüten gelb, die Zipfeichen letzterer meist zurückgeschlagen. Blütenboden im Gegensatz zu dem der
Hundskamille hohl.
Blütezeit: Mai bis September.
Sammelzeit: Während der Blüte.
Verwendung: Blütenköpfe.
Wirkstoffe: Azulen, Gitterstoffe, Cholin, Salizylsäure, Apiigenin.
Am wirkstoffreichsten ist unsere heimische Kamille. Ihre charakteristischen Eigenschaften sind:
1. entzündungswidrige und heilungsfördernde Wirkung,
2. krampflösend bezüglich der Verdauungs- und Beckenorgane,
3. entblähend.
Man benutze nach Möglichkeit einen Aufguss der frischen, selbstgesammelten Kamille Blüten.
Dieser ist von ausgezeichnetem Geschmack, der durch Zusatz von Honig noch aromatischer wird.
Hat man keine frischen Blüten zur Hand, so überbrüht man 1 Eßl. getrocknete Blüten mit 1 Tasse Wasser, lässt 1
Std. ziehen (!) und presst nach Abgießen den Blütenrückstand gut aus. Zur äußeren Anwendung muss der Tee
konzentrierter hergestellt werden, d. h., man rechnet 2 ½ Eßl. auf 1 Tasse Wasser. Wer über längere Zeit
Kamillentee trinkt, untermischt ihn mit etwas Pfefferminzblättern. - Bei Magenschleimhautentzündung und
Magengeschwür trinke man tägl. vor und zwischen den Mahlzeiten („auf leerem Magen") 4-6 Tassen Kamillentee. Die
Beschwerden werden schnell nachlassen; trotzdem sollte man den Tee mindestens 2 Monate lang tägl. trinken.
Anwendungsgebiete
- Bei krampfartiger Dickdarmverstopfung oder Dickdarmentzündung wirken Kamilleneinläufe ausgezeichnet!
- Schlechtheilende Wunden, Unterschenkelgeschwüre, Zahn- und andere Fisteln, Halsentzündungen und juckende
Ekzeme reagieren ausgezeichnet auf Kamillenspülungen bzw. -umschläge.
- Kamillenbäder (man rechnet 100 g Kamillenblüten auf ein Vollbad) kann man ebenfalls bei juckenden, chronischen
Ekzemen und ausgedehnten Wunden anwenden.
Erwähnen möchte ich noch die Verabfolgung heißer Dampfbäder bei entzündeten Hämorrhoiden: in ein großes Gefäß
(Eimer etc.) gibt man man 1-2 Handvoll Badekamillen, überbrüht mit 2 Liter sehr heißem Wasser. Auf den
Eimer setzt man sich, so dass der Eimer oben abgeschlossen ist.
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