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Heilpflanze Fenchel (Foeniculum vulgare)

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Heilpflanze Fenchel (Foeniculum vulgare) wurde bereits im alten Griechenland wegen ihrer heilenden Wirkung eingesetzt.

Die bis zu 2 m hohe mehrjährige Pflanze weist aufrechte Stängel mit feinen Rillen auf. Während die Blätter der Heilpflanze eine stark geschlitzte und fiederförmige Struktur zeigen, sind die von Juli bis Oktober vorhandenen Fenchelblüten in großen Dolden angeordnet. Die Früchte der Heilpflanze sind auf charakteristische Weise gerippt. Als Heilpflanze werden die beiden Unterarten Bitter- und Süßfenchel genutzt.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

Zu medizinischen Zwecken werden vornehmlich die getrockneten Früchte (Foeniculi fructus) des Fenchels eingesetzt. Die Heilpflanzenfrüchte weisen einen hohen Anteil ätherischer Öle (Foeniculi aeteroleum) auf. Das Fenchelöl enthält vor allem trans-Anethol, eine Form des Phenylpropanens - dabei ist der Gehalt des süßlich schmeckenden trans-Anethols in Ölen aus süßem Fenchel höher als in solchen aus bitterem Fenchel. Darüber hinaus finden sich sowohl in den Früchten des süßen als auch des bitteren Fenchels Fenchon und Estragol sowie Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) und Furanocumarine.

Pharmakologie und Anwendung als Heilpflanze

Vor allem das in den Ölen der Fenchelfrucht enthaltene Anethol wirkt sich antimikrobiell, krampflösend, entzündungshemmend und karminativ aus. Darüber hinaus zeigt Anethol entzündungshemmende und östrogene Eigenschaften und regt die Darmtätigkeit an.

Sowohl Anethol als auch Fenchon tragen dazu bei, festsitzenden Schleim der Bronchien zu lösen und abzutransportieren. Außerdem zeigen beide Substanzen zentral stimulierenden Einfluss.

Aufgrund genannter Eigenschaften wird Fenchelöl beispielsweise zur Behandlung von Erkältungssymptomen wie Schnupfen und Husten eingesetzt.

Gegen Atemwegskatarrhe oder chronischen Husten können etwa Fenchelsirup und Presssaft angewendet werden - während der Sirup aus Fenchelfrüchten gewonnen wird, entsteht der Presssaft aus frischem Kraut der Heilpflanze.

Auf Blähungen und /oder Völlegefühl kann sich ein Fencheltee positiv auswirken.

Auch spezielle Beruhigungstees für Kleinkinder und Säuglinge, die unter Blähungen leiden, enthalten häufig Wirkstoffe der Fenchelfrucht in kindgerechter Dosierung. Fencheltee zum „Dauernuckeln“ würde ich Kleinkindern aber nicht geben – vor allem nicht gesüßte Tees.
Bei jungen Müttern können Stoffe der Heilpflanze Fenchel die Milchbildung anregen. Nicht zuletzt ist der Fenchel als Heilpflanze auch äußerlich anwendbar - so eignet er sich etwa zur Behandlung von Hautproblemen sowie von Entzündungen an Bindehaut und Augenlid.

Bei gezielter Anwendung von Fenchelöl zu Heilungszwecken empfiehlt es sich, die geeignete Dosierung zu beachten. In sehr hohen Konzentrationen wirkt Anethol nämlich toxisch (giftig).

Reine Fenchelöle werden in der Regel nur in stark verdünnter Form verwendet. Achtung: Ein Einsatz von Ölen mit sehr starkem Geruch kann bei Kleinkindern und Säuglingen Atemstörungen hervorrufen.
Bei der Verwendung der Heilpflanze Fenchel durch einen Erwachsenen wird eine ungefähre Tagesdosis von 5 - 7 Gramm der Früchte empfohlen. Dies entspricht einer Menge von 10 - 20 Gramm Fenchelsirup (bei 0,5 Gramm Öl pro Kilogramm) bzw. 0,1 - 0,6 Millilitern Heilpflanzenöl.

Anwendung in der Homöopathie

Reife Fenchelfrüchte finden sich in getrocknetem Zustand in Foeniculum vulgare HAB1 (Foeniculum) sowie in Foeniculum vulgare, äthanol. Decoctum HAB1 - letzteres Mittel wird in der anthroposophischen Therapie eingesetzt.