Heilpflanzen und Heilkräuter Lexikon
 

Achtung: Alle Rezepte wurden von Kollegen berichtet und gesammelt und spiegeln nicht meine derzeitige Erfahrung oder den Stand der Erkenntnisse wieder. Einige Rezepte halte ich nach wie vor für sehr praktikabel und gut, andere bedürfen der Überarbeitung. Lesen Sie bitte auch die "Nutzungshinweise". Stand: März 2010

Kamille

Die Kamille wird als Heilpflanze äußerlich bei Haut und Schleimhautentzündungen eingesetzt.

Der Tee oder alkoholische Auszug Extrakt wird für Spülungen bei Entzündungen des Zahnfleisches oder der Mundhöhle verwendet.

Standort: Auf Äckern, an Wegrändern.

Aussehen: 10 bis 50 cm hoher, unbehaarter Stengel. Dieser verästelt sich mehr oder weniger stark verzweigend. Blätter stark eingeschnitten mit zarten, ganz dünnen Zipfelchen, Geruch gewürzhaft, Geschmack bitter. Nicht zu verwechseln mit der ähnlichen, aber geruchlosen Hundskamille. - Blüte: Korbblüte; Strahlenblüten weiß, Scheibenblüten gelb, die Zipfeichen letzterer meist zurückgeschlagen. Blütenboden im Gegensatz zu dem der Hundskamille hohl.

Blütezeit: Mai bis September.

Sammelzeit: Während der Blüte.

Verwendung: Blütenköpfe.

Wirkstoffe: Azulen, Gitterstoffe, Cholin, Salizylsäure, Apiigenin.

Am wirkstoffreichsten ist unsere heimische Kamille. Ihre charakteristischen Eigenschaften sind:

1. entzündungswidrige und heilungsfördernde Wirkung,

2. krampflösend bezüglich der Verdauungs- und Beckenorgane,

3. entblähend.

Man benutze nach Möglichkeit einen Aufguss der frischen, selbstgesammelten Kamille Blüten.

Dieser ist von ausgezeichnetem Geschmack, der durch Zusatz von Honig noch aromatischer wird.

Hat man keine frischen Blüten zur Hand, so überbrüht man 1 Eßl. getrocknete Blüten mit 1 Tasse Wasser, lässt 1 Std. ziehen (!) und presst nach Abgießen den Blütenrückstand gut aus. Zur äußeren Anwendung muss der Tee konzentrierter hergestellt werden, d. h., man rechnet 2 ½  Eßl. auf 1 Tasse Wasser. Wer über längere Zeit Kamillentee trinkt, untermischt ihn mit etwas Pfefferminzblättern. - Bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwür trinke man tägl. vor und zwischen den Mahlzeiten („auf leerem Magen") 4-6 Tassen Kamillentee. Die Beschwerden werden schnell nachlassen; trotzdem sollte man den Tee mindestens 2 Monate lang tägl. trinken. - Bei krampfartiger Dickdarmverstopfung oder Dickdarmentzündung wirken Kamilleneinläufe ausgezeichnet! - Schlechtheilende Wunden, Unterschenkelgeschwüre, Zahn- und andere Fisteln, Halsentzündungen und juckende Ekzeme reagieren ausgezeichnet auf Kamillenspülungen bzw. -umschläge. - Kamillenbäder (man rechnet 100 g Kamillenblüten auf ein Vollbad) kann man ebenfalls bei juckenden, chronischen Ekzemen und ausgedehnten Wunden anwenden. Erwähnen möchte ich noch die Verabfolgung heißer Dampfbäder bei entzündeten Hämorrhoiden: in einen Eimer schüttet man 1-2 Handvoll Badekamillen, überbrüht mit 3 1 kochendem Wasser, setzt sich darauf, so dass der Eimer oben abgeschlossen ist.

 

 

Heilpflanzen und Phytotherapie
▪  Geschichte der Heilpflanze und Phytotherapie
▪  Informationen zu Heilpflanzen
▪  Naturarzt Heilpflanze
▪  Pflanzenheilkunde oder Schulmedizin?
▪  Richtiges Sammeln von Heilpflanzen
▪  Alles rund um die Heilpflanzen
▪  Heilkraut Heilpflanze!
▪  Die Zubereitung von Heilpflanzen
▪  Heilpflanzen Aufguss
▪  Heilpflanzen Absud
▪  Dosierung von Heilpflanzen und Heilkräutern
▪  Dosierung von Heilpflanzen für Kinder
Akne und Pickel
▪  Karottensaft
▪  Krautsaft
Allergien bei Kindern und Babys
▪  Kamille
▪  Dill (Anethum graveolens)
Allergische Reaktionen
▪  Augentrost (Euphrasia officinalis)
▪  Brennessel (Urtica dioica)
▪  Thymian (Thymus vulgaris L.)
Anämie (Blutarmut)
▪  Brunnenkresse
▪  Brennessel (Urtica dioica)
Angstgefühle und Schlaflosigkeit
▪  Römische Kamille (Chamaemelum nobile)
▪  Lindenblüten (Tilia)
▪  Baldrian (Valeriana officinalis)
▪  Begonie (Stachys betonica)
▪  Hopfen (Humulus lupulus)
▪  Passionsblume (Passiflora incarnata)
Arthritis und Rheuma
▪  Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)
▪  Selleriesamen (Apium graveolens)
▪  Fieberklee
Asthma
Augendruck
▪  Augentrost (Euphrasia officinalis)
Blasenentzündung und Nierensteine
▪  Mais (Zea mays)
▪  Quecke (Agropyron repens)
▪  Eibisch (Althaea officinalis)
▪  Stranddistel (Eryngium maritimum)
Bluthochdruck
▪  Lindenblüten (Tilia)
▪  Eisenkraut (Verbena officinalis)
▪  Baldrian (Valeriana officinalis L.)
Durchfall bei Kindern
▪  Ackermennig (Agrimonia eupatoria)
▪  Mädesüß Wirkung (Filipendula ulmaria)
▪  Storchschnabel (Geranium maculatum)
▪  Eibisch (Althaea officinalis)
Ekzem
Erkältung
▪  Schwarze Holunder (Sambucus nigra)
Fibrositis Gicht und Weichteilrheumatismus
▪  Fieberkraut (Chrysanthemum pathenium)
Genitale Pilzerkrankung
▪  Kajeputöl (Melaleuca alternifolia)
▪  Essig
Gerstenkorn
Halsschmerz
▪  Myrrhe (Commiphora molmol)
▪  Salbei (Salvia officinalis) bei Halsschmerzen
Hautprobleme
▪  Ringelblume (Calendula officinalis)
▪  Vogelmiere (Stellaria media Vill.)
▪  Zaubernuß
Husten und Katarrh
▪  Schafgarbe (Achillea millefolium)
▪  Wollkraut (Verbascum thapsus)
▪  Rinde eines wilden Kirschbaums (Prunus serotina)
▪  Lattich (Lactuca virosa)
▪  Alant (lnula helenium)
▪  Huflattich (Tussilago farfara)
▪  Holunderblüten (Sambucus nigra)
▪  Ysop
Kopfschmerzen
Krämpfe
▪  Nachtkerze (Oenothera bienis)
▪  Seetang
▪  Schneeball (Viburnum opulus)
Menstruationsprobleme
▪  Ingwer (Zingiber officinale)
▪  Kümmel (Carum carvi)
Mundschleimhautentzündung
▪  Myrrhe (Commiphora molmol)
▪  Echter Salbei (Salvia officinalis L.)
Verdauungsprobleme und Verstopfung
▪  Fieberkraut (Chrysanthemum parthenium)
▪  Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
▪  Pfefferminze (Mentha piperita)
▪  Thymian (Thymus vulgaris L.)
▪  Lakritze (Glycyrrhiza glabra)
▪  Fenchel (Foeniculum vulgare Mill.)
▪  Kamille
Warzen
▪  Schöllkraut Warzenkraut (Chelidonium majus)
▪  Wolfsmilch (Euphorbia peplus)
▪  Thuja (Thuja occidentalis)
Geschichte der Naturheilkunde
Naturheilkunde und wissenschaftliche Untersuchungen
Was macht eigentlich ein Heilpraktiker?
Individualität menschlicher Bedürfnisse
Nahrungsergänzung
Rohkostdiät
Obstdiät
Diät für den empfindlichen Magen
Fasten