Naturheilpraxis René Gräber - Headgrafik
 

Heilpflanze Lindenblüten (Tilia)

In früheren Zeiten war die Linde Herzstück jeden Dorfes. Unter ihrem schützenden Blätterdach kam die Dorfgemeinschaft zusammen um zu tanzen und zu feiern, aber auch um Recht zu sprechen.
Die Linde fand Eingang in Mythen, Dichtung und Liedgut und steht symbolisch für Heimat, Liebe und Gerechtigkeit. Auch in der Volksheilkunde hat die Linde schon seit dem Mittelalter einen festen Platz. Aufgrund der wohltuenden Wirkung gehören ihre Blüten auch heute noch zu den beliebtesten Hausmitteln.

Sommer- und Winterlinde

In der Heilkunde spielen vor allem Sommer- und Winterlinde (Tilia platyphyllos und Tilia cordata) eine Rolle. Der imposante Baum mit seiner ausladenden Krone erreicht eine Höhe von 40 m und ist in ganz Europa heimisch. Die Sommerlinde ist auch in Asien verbreitet. Im Juni/Juli trägt die Linde zwischen ihren herzförmigen Blättern süß duftende grazile Blütendolden, die an einem flügelförmigen Hochblatt hängen. Ihre Blüten sind eine ideale Bienenweide und ergeben einen köstlichen Honig. Der schnellwachsende Baum kann ein Alter von mehreren Hundert Jahren erreichen.

Heilkräftige Inhaltsstoffe

Lindenblüten enthalten viele verschiedene Wirkstoffe, vor allem phenolische Verbindungen, Saponine, Glykoside, Gerb- und Schleimstoffe sowie in geringen Mengen ätherische Öle.
Pflanzenextrakte aus Blüten und Rinde werden in vielerlei Arzneimitteln verwendet. Das unter der Rinde gelegene sogenannte Splintholz enthält u.a. Phenolcarbonsäure, das krampflösende und blutdrucksenkende Eigenschaften aufweist und den Gallenfluss anregt.

Auch die Homöopathie hat sich die heilende Wirkung der Lindenblüten zunutze gemacht. Als Urtinktur aus frischen Blüten wird sie gegen Infekte, Rheuma, allergische Ausschläge, Heuschnupfen und bei Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane eingesetzt.

Lindernde Wirkung bei vielen Beschwerden

Lindenblüten, ob als Tee, Umschlag, Wickel oder Bad sind aus der Hausapotheke nicht wegzudenken. Ihre Heilkraft konnte bis jetzt zwar nicht klinisch nachgewiesen werden, doch belegen Erfahrungswerte, dass Lindenblüten viele Beschwerden deutlich mindern.

Effektiv gegen Erkältungskrankheiten

Lindenblüten werden vor allen Dingen bei fieberhaften Infekten, Halsschmerzen und Atemwegserkrankungen erfolgreich angewendet. Die schweißtreibende, Reiz lindernde und schleimlösende Wirkung verbessert wesentlich das Krankheitsbild und erleichtert das Abhusten.

Auch bei Halsschmerzen erzielt Lindenblütentee eine gute Wirkung. Die Schleimstoffe der Lindenblüte überziehen die gereizten und entzündeten Schleimhäute mit einem Schutzfilm, der entzündungshemmend und lindernd wirkt und die Immunabwehr unterstützt.

Wegen seines milden, angenehmen Geschmacks wird Lindenblütentee auch von Kindern gern angenommen.

Harntreibende und krampflösende Eigenschaften

Doch der Anwendungsbereich der Lindenblüten beschränkt sich keineswegs auf Erkältungskrankheiten. Krampflösende und harntreibende Eigenschaften machen den Einsatz auch bei zahlreichen anderen Beschwerden sinnvoll. So helfen sie Kopf- und Magenschmerzen zu lindern und sorgen bei Nieren- und Blasenerkrankungen für eine beschleunigte Harnausscheidung.

Umschläge und Bäder

Bei äußerlichen Anwendungen entfalten Lindenblüten eine Reiz lindernde und beruhigende Wirkung. Besonders bei juckenden Hauterkrankungen, aber auch bei Sonnenbrand sind Umschläge mit einem Aufguss von Lindenblüten äußerst wohltuend. Außerdem fördern Lindenblüten die Wundheilung und lassen Furunkel schneller reifen.

Bei Schlafstörungen kann ein Lindenblütenbad Wunder wirken. Es beruhigt und entspannt und erleichtert das Einschlafen.

Wie man sieht, schenkt uns die stattliche Linde mit ihren intensiv duftenden Blüten eine Fülle von heilkräftigen Substanzen, die viele Beschwerden lindern können.