Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin ist bekannt als Duftpflanze in der Kosmetik, als Zierpflanze im Garten oder als Gewürz in der Küche. Doch auch die Heilwirkung des Lippenblütlers (Lamiaceae) ist seit langem bekannt.

Obwohl die Pflanze in der Antike noch wenig Beachtung als Heilpflanze fand, haben besonders die Menschen im Mittelalter erstmals die heilende Wirkung von Rosmarin entdeckt.

Bis heute machen sich viele das berühmte Haus- und Arzneimittel zu Nutze, um lästige Beschwerden in den Griff zu bekommen und möglichst schnell eine Verbesserung des Allgemeinbefindens zu erzielen.

Vorkommen

Rosmarin kommt hauptsächlich in der Mittelmeer-Region vor. Aufgrund der Sonne und des angenehm milden Klimas wächst er hier besonders gut. In Regionen mit warm-trockenem Klima wird die Gewürz- und Heilpflanze heute weltweit angebaut.

Merkmale

Charakteristisch für den etwa 1 m hohen Strauch sind die nadelförmigen Blätter mit blau-lila Blüten. Die Pflanze verfügt über ein sehr intensives Aroma und einen etwas bitteren, harz-ähnlichen Geschmack.

Verwendete Pflanzenteile (Rohdrogen)

Rohdroge sind die getrockneten Blätter (Rosmarini folium) und Blüten (Rosmarini flos), seltener das ganze Kraut (Rosmarini herba).

Inhaltsstoffe und Wirkung

Es ist etwa 1 bis 2,5 Prozent ätherisches Öl in Rosmarinblättern enthalten. Zu den Hauptkomponenten des Rosmarinöls gehören Terpene mit Cineol, Campher und α-Pinen. Abhängig von der Herkunft schwankt der Anteil der Hauptkomponenten. Darüber hinaus sind in den Blättern weitere wichtige Bestandteile wie Lamiaceen-Gerbstoffe, Rosmarinsäure, tricyclische Diterpen, Triterpene, Oleanol bzw. Ursolsäure, Flavonoide und Glykoside enthalten.

Die im Rosmarin enthaltenen Stoffe verfügen über eine heilende Wirkung gegen Pilze, Viren und Bakterien. Darüber hinaus werden dem Rosmarin weitere positive Effekte zugeschrieben. So hilft das Kraut gegen Krämpfe, dient der Entgiftung des Körpers, stärkt Muskulatur und Venen, lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen.

Rosmarinöl wird häufig äußerlich, als Bad oder zum Einreiben, angewandt, um rheumatische Beschwerden zu lindern. Bäder sollen auch Abhilfe gegen Kreislaufbeschwerden schaffen und die Durchblutung fördern. Rosmarin hilft zudem gegen Quetschungen oder Verstauchungen.

Anwendung

Zur Heilung von dyspeptischen Beschwerden, Kreislaufproblemen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, der weiblichen Geschlechtsorgane und Rheuma ist die Einnahme der Pflanze als Tee zu empfehlen. Hierzu wird 1 Teelöffel der klein geschnittenen Blätter als Tee aufgekocht. So nutzen viele das aromatische Gewächs hauptsächlich zum Würzen von Speisen.

Für ein Heilbad werden ca. 50 g Rosmarinblätter mit 1 l Wasser kurz aufgekocht. Anschließend 15 bis 20 Minuten ziehen lassen und zum Bad hinzugeben.

Homöopathie

Der wilde Rosmarin wird in den homöopathischen Streukügelchen namens Rosmarinus officinalis als Mittel gegen Verletzungen und Bisse, Durchblutungsstörungen und Frauenleiden verwendet. Die Globuli sollten nicht in der Hausapotheke fehlen, da sie häufig schnelle Linderung bei Schnittverletzungen und Stichwunden bringen.