Salbei (Echter Salbei) (Salvia officinalis)

Die Gattung Salvia aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) umfasst rund 900 Arten. Viele davon nutzt der Mensch seit der Antike als Heil- und Zierpflanze. Phytomedizinisch besonders wichtig ist der Echte Salbei. Weitere Namen sind Königs-Salbei, Garten- oder Dalmatiner-Salbei sowie Scharlachkraut bekannt.

 

Vorkommen
Die ursprüngliche Heimat des Echten Salbeis ist das Mittelmeergebiet. Von dort aus trug der Mensch die Pflanze nach ganz Europa, wo sie aber wild wachsend nur an frostgeschützten Stellen anzutreffen ist.

In einigen Ländern Asiens, Amerikas und Afrikas erfolgt ein gewerblicher Anbau. Hierzulande ist Salvia officinalis eine Gartenpflanze, die sich ganzjährig im Freien halten lässt, sofern sie mit einem Winterschutz bedacht wird. Sie benötigt einen sonnigen Standort mit kalkreichem, steinigem Boden. Staunässe muss vermieden werden.

 

Merkmale
Der Echte Salbei wächst als Strauch, der in unseren Breiten etwa einen halben Meter hoch wird. Erkennbar ist er an seinen grauen, filzigen, länglichen, gegenständigen Blättern, die beim Zerreiben den typischen Salbeiduft ausströmen. Während der Sommermonate zeigt er blaue bis violette, zweiseiten-symmetrische  Blüten.

 

Verwendete Pflanzenteile (Rohdrogen)
Rohdroge sind die frischen oder getrockneten Blätter (Salviae folium).

 

Inhaltsstoffe und Wirkung
Salbei enthält ätherische Öle, Campher, Cineol, Gerbstoffe, Flavonoide, Urolsäure und Diterpene. Außerdem liefert die Pflanze die Spurenelemente Magnesium, Zink sowie Eisen.

Die Wirkstoffe sind für ihre keimtötenden und schweißhemmenden Wirkungen bekannt. Zudem besitzt sein Nervengift Thujon einen neurologischen Effekt.

 

Anwendung
Salbei lässt sich innerlich und äußerlich anwenden, wobei für die innere Anwendung Höchstgrenzen empfohlen werden.

Für die klassische Anwendung und als Hausmittel wird ein Salbeitee zubereitet, der sich aus den frischen oder getrockneten Blättern herstellen lässt. Hierzu werden die Blätter in eine Kanne gegeben und mit siedendem Wasser übergossen.

Die Ziehzeit beträgt 5 bis 10 Minuten. Anschließend wird der Tee abgefiltert. Dieser wird äußerlich für Spülungen und zum Gurgeln genutzt. Außerdem können seine Dämpfe zum Inhalieren verwendet werden. Für die innere Anwendung wird der Tee schluckweise über den Tag verteilt getrunken, wobei die Tagesdosis 4 bis 6 Gramm der Droge nicht überschreiten sollte.

Ebenso kann Echter Salbei in Form von ätherischem Öl zur Anwendung kommen. Für eine Spül- oder Gurgellösung werden 3 Tropfen mit 100 Milliliter Wasser gemischt.

Kommen frische oder getrocknete Blätter zum Einsatz, gibt man diese häufig Heilkräutermischungen bei. Beispielsweise eignet sich eine Salbei-Käsepappel-Blättermischung zum Inhalieren und für Mundspülungen. In der Kombination wirken die Blätter entzündungshemmend, zusammenziehend und schleimhautschützend.

Salbei-Mundspülungen empfehlen sich bei Zahnfleischentzündungen sowie bei Problemen im Rachen und mit der Mundschleimhaut. Hierzu wird der abgekühlte Tee für einige Minuten im Mund behalten und kraftvoll durch die Zahnzwischenräume gedrückt.

Halsschmerzen und Mandelentzündungen lassen sich durch mehrmaliges Gurgeln pro Tag lindern. Aufgrund der keimtötenden Wirkung des Salbeis wird eine schnellere Heilung erzielt.

Bei Zahnfleischentzündungen als „Intensivvariante“ auch möglich: das Kauen frischer Salbeiblätter und das Einreiben und Massieren mit dem Blattbrei.

Innerlich empfiehlt sich Salbeitee bei Magen- und allgemeinen Verdauungsbeschwerden. So verhindert er beispielsweise Blähungen und Durchfälle. Zur Anregung des Fettstoffwechsels lässt sich ein Tee aus Salbeiblättern herstellen, die zu gleichen Teilen mit Schlehenblüten, Zinnkraut und Rosmarin sowie Wermut gemischt wurden.

 

Homöopathie
In den Potenzen D2 und D12 wird Salbei officinalis zur Dämpfung überschüssiger Schweißbildung sowie zur Linderung von Halsschmerzen verwendet. Als weitere Indikationen werden die Förderung des Abstillens und die Reduzierung von Muttermilchüberschuss genannt.

 

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Dieser Beitrag wurde am 07. April 2021 erstellt und am 12.08.2021 letztmalig aktualisiert.

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