Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Der Kleine Odermennig (Agrimonia eupatoria) gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und gehört zu den traditionellen Heilpflanzen.  Die Staude ist seit der Antike bekannt, die Griechen weihten sie der Pallas Athene. Antike Ärzte wie Galen, Plinius, Dioskurides und Avicenna kannten sie und nutzten sie äußerlich so ähnlich wie heute, nämlich gegen Geschwüre. Im Mittelalter nutzte man den Odermennig gegen Ruhr, Würmer, Hundebisse (antibakteriell) und gegen Leber- und Milzerkrankungen.

 

Vorkommen
Man findet die Agrimonia eupatoria in Europa und Asien, die Pflanze ist winterhart und wächst auf magerem Wiesenboden und an Waldrändern bis zu einer Höhe von etwa 1.600 Meter. Der Kleine Odermennig mag viel Sonne und einen ausgeglichenen, nicht zu sauren Boden.

 

Merkmale
Die Staude des Odermennigs wird zwischen 30 cm bis einen Meter hoch, aus einem kriechenden Wurzelstock wächst ein behaarter Stängel mit schwacher Verzweigung. Die geteilten, wechselständigen Blätter tragen elliptische, am Rand gesägte Fieder. Die gelben Blüten sind lang gestreckt und traubenartig angeordnet, es handelt sich um einfache, gelbe, radiärsymmetrische Scheibenblumen.

 

Verwendete Pflanzenteile (Rohdrogen)
Neben den Blüten (Agrimoniae flos) zählt auch das Kraut (Agrimoniae herba) zu den Rohdrogen.

 

Inhaltsstoffe und Wirkung

Das Kraut enthält als Gerbstoffe bis zu 10 Prozent Catechin und etwas Ellagitannine sowie Gallotaniine. Der Gesamtanteil an Flavonoiden liegt bei 1,18 Prozent, darunter finden sich Luteolin, Apigenin, 7-O-β-D-Glucoside, Quercetin und Kämpferol, das sowohl frei als auch in Form von Mono- und Diglucosid vorliegt. Als Phenolcarbonsäuren sind Gentisin-, Vanillin- Ferula- und Salicylsäure vertreten, auch enthält das frische Kraut 1,5 Prozent Triterpene, darunter 0,6 Prozent Ursolsäure.

In der Pharmakologie wirken die Odermennigextrakte antiviral und antibakteriell aufgrund der adstringierenden Gallotannine, welche vielfältige Wasserstoffbrücken sowie Ionen-Bindungen mit Makromolekülen bilden. Diese Verbindung wirkt harntreibend, was die Anwendung bei Nierenentzündungen erklärt. Auch soll das Bettnässen von Kindern wirksam mit Odermennig bekämpft werden.

 

Anwendung

Odermennig wird während der sommerlichen Blüte von Juni bis August  gesammelt. Die Blütenblätter trocknen an der Luft bei künstlicher Wärmezufuhr bei 40° C.

Die traditionelle Medizin wenden den Kleinen Odermennig innerlich (als Tee) bei folgenden Beschwerden an:

 

  • Durchfall
  • Gallestauungen
  • Nieren- und Blasenentzündungen
  • Bettnässen von Kindern
  • Bei Diabetes sollte ein Arzt befragt werden. Der Kleine Odermennig wird als Tee zubereitet, das getrocknete Kraut ist hier sehr klein zu zerschneiden und in der Menge 1½ Teelöffel in einer großen Tasse aufzubrühen.

Die äußerliche Anwendung mit Waschungen und Umschlägen (als Gargarisma) wird der Odermennig eingesetzt:

  • bei chronischer Pharyngitis
  • gegen schlecht heilende Wunden
  • bei eiternden Ausschlägen
  • Verbrennungen
  • Abschürfungen
  • Psoriasis
  • bei seborrhoischen Ekzemen

Auch bei Unterleibserkrankungen ist die Pflanze in Sitzbädern wirksam.

 

Homöopathie

Die Homöopathie setzt den Odermennig als Globuli oder Tropfen in der Potenz D12 gegen Bronchitis ein, die Anwendung erfolgt durch drei bis vier tägliche Gaben über eine Woche oder bis zur Heilung.

 

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.06.2021 aktualisiert.

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