Vogelmiere (Stellaria media)

Vogelmiere kennen viele nur als lästiges Unkraut. Doch dieses Kraut ist nicht nur essbar, es schmeckt auch noch hervorragend. Und da die Vogelmiere auch noch heilsame Wirkungen entfalten kann, gehört sie auch zu den Heilpflanzen.

Schon im Mittelalter wurden Salben aus Vogelmiere und Schmalz hergestellt, die gegen diverse Hauterkrankungen halfen.

 

Vorkommen
Heimisch ist die Pflanze in Mittel- und Nordeuropa. Sie tritt aber verschleppt und verwildert auch in Nordamerika und in Nordasien auf. Frost kann dem Nelkengewächs (Caryophyllaceae) nichts anhaben. Leichte Minusgrade bringen die Vogelmiere sogar zum Keimen unter Schnee. Sobald dieser verschwunden ist, kommt die Vogelmiere zum Vorschein. Die üppig wachsende Pflanze zeigt stickstoffhaltigen, gut bewässerten und fruchtbaren Boden an.

Die Vogelmiere wächst fast das ganze Jahr in Gärten, auf Äckern, an Wegen und Ufern. Im Frühjahr und Sommer ist sie besonders verbreitet. Die Schattenpflanze gedeiht von der Ebene bis ins Gebirge.

 

Merkmale
Die ein- bis zweijährige Heilpflanze hat bis zu 40 Zentimeter lange, niederliegende Stängel, die kleine Zusatzwurzeln bilden können. Die bis 2 cm langen, eiförmigen Blätter laufen nach vorn spitz zu.

Blütezeit ist von März bis Oktober. Die Blüten tragen 5 längliche, weiße Kronblätter, die so tief eingeschnitten sind, dass deren 10 vorgetäuscht werden. Aus den Blüten entstehen Kapselfrüchte, in denen Samen heranreifen. Die Körner stehen auf dem Speiseplan vieler Vögel ganz weit oben. Mit dem Kraut kann Geflügel gefüttert werden.

Das Kraut der Vogelmiere hat starke Ähnlichkeit mit dem Ackergauchheil, der giftig ist. Wer wartet, bis die Heilpflanze ihre weißen, sternförmigen Blüten zeigt, ist auf der sicheren Seite, denn der Ackergauchheil blüht blau oder orange. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der einzeilig behaarte Stängel der Vogelmiere. Damit kann die Pflanze auch von verwandten Mierenarten unterschieden werden.

 

Verwendete Pflanzenteile (Rohdrogen)
Rohdroge ist das frische oder getrocknete Kraut (Stellariae herba).

 

Inhaltsstoffe und Wirkung
Die Vogelmiere beinhaltet viele Wirkstoffe wie Vitamine, Mineralien und Zink.  Der Sekundärstoffwechsel produziert Saponine, Flavonoide und ätherische Öle.

Stellaria media wirkt blutreinigend und blutstillend, kühlt und löst Schleim, dämpft Entzündungen und lindert Schmerzen.

 

Anwendung
Vogelmiere kann getrocknet oder frisch zu Tee verarbeitet werden. Wer Vogelmieretee trinkt, regt seinen Stoffwechsel an, kann rheumatische Beschwerden linden und Frühjahrskuren unterstützen.

Der Tee lindert Erkrankungen der Atemwege wie Husten und Bronchitis. Die Pflanze hilft bei Frühjahrsmüdigkeit und Lungenleiden. Stellaria media wird bei Blähungen, Verstopfung und Hämorrhoiden angewendet und kann Gelenkentzündungen, Rheuma und Gicht heilen.

Äußerlich als Umschlag angewendet kann Vogelmiere die viele Hautprobleme wie Ekzemen und Jukckreiz beseitigen.  Augenentzündung wie das Gerstenkorn können mit Vogelmiere-Umschlägen oder einer Augenbadewanne gelindert werden. Wer Geschwüre, Abszesse oder schlecht heilende Wunden behandeln will, kann das frische Kraut auch zerquetschen und daraus einen Breiumschlag herstellen.

 

Homöopathie
Homöopathische Präparate von Stellaria media dienen der Behandlung von Rheuma, Gelenk-Problemen, Rückenleiden und Leberschwäche.

 

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Dieser Beitrag wurde am 09.09.2021 erstellt.

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