Naturheilpraxis René Gräber - Headgrafik
 

Thymian (Thymus vulgaris L.)

Standort: Auf Strauchheiden in Südfrankreich und Italien, bei uns in Gärten angebaut.

Aussehen: Halbstrauch, etwa 20 bis 40 cm hoch. Stengel aufrecht, zum Boden hin stark verholzend, vierkantig, nach oben zu ringsum gleichmäßig kurz behaart. Kurz oder ungestielte linealische, zugespitzte Blätter. Diese sind oberwärts meist kahl, unterseits dicht weißfilzig und am Rande umgerollt. Die Blätter sind kreuzgegenständig.

Blüten: Purpur oder hellrote Lippenblüten, Kelch zweilippig. Die Blüten stehen in blattachselständigen Halbquirlen.

Blütezeit: April bis Juli. - Sammelzeit: Während der Blüte. - Verwendung: Kraut. - Wirkstoffe: Ätherisches Öl, Thymiankampfer (Thymol).

Die Pflanze wird oft verwechselt mit dem wilden Thymian oder Quendel (Thymus serpyllum L).

Dieser wächst rasenartig an trockenen, sonnigen Orten, grasigen Hügeln, Triften, Heiden und an Wegrändern. Im Gegensatz zum echten Thymian ist die Blattunterseite nie filzig, die Blattränder sind wenig umgerollt, die Ästchen sind niederliegend und nur wenig verholzt. Die Blüten sind klein, blau bis hellviolett; sie stehen in dichten Scheinwirteln. - Beide Pflanzen riechen stark würzig, jedoch reicht der Quendel in seinem Gehalt an ätherischem Öl und in seiner Wirkung bei weitem nicht an den echten Gartenthymian heran.

Thymian hat eine krampflösende, sekretverflüssigende, auswurffördernde und stark desinfizierende Wirkung, die sich besonders auf die Atmungsorgane auswirkt.

In etwas konzentrierterer Gabe wirkt er schmerzbetäubend und einschläfernd. Das ätherische Öl des Thymians wird größtenteils über die Lunge ausgeschieden, d. h., es wird unmittelbar in der Bronchialschleimhaut wirksam.

Thymian ist demnach ein ausgezeichnetes Mittel bei Keuchhusten, des weiteren bei Asthma und hartnäckiger Bronchitis der Erwachsenen mit übel riechendem Auswurf. Bei Keuchhusten ist eine Mischung von Thymiankraut und Sonnentaukraut (Drosera rotundifolia) bestens zu empfehlen.

Die Wirkung des Thymians erstreckt sich aber auch auf krampfartige, infektiöse Magen- und Darmerkrankungen und entsprechende Zustände von Blase und Niere. Der desinfizierenden und lang anhaltenden harntreibenden Wirkung des Thymians kann man sich bei Blasenkatarrhen bedienen. - Bei rheumatischen Beschwerden wirken Einreibungen mit Thymianöl gut. - Bei allen vorgenannten Leiden werden Vollbäder mit Thymian (100 g Thymiankraut auf 1/2 1 Wasser im Aufguss) empfohlen.

Erfahrungsgemäß sollten Kropfleidende Thymian am besten nicht verwenden! - Man verwendet 1 ½ Teel. Thymiankraut auf 1 Tasse Wasser, überbrüht und lässt 10 Min. ziehen. Honigzusatz ist zu empfehlen.